Kein Sauerteigbrot? – Rohkostbrot?!? – ernsthaft?

Ich bin ja so im Glück! Das Jahr beginnt für mich mit einem Brot, das ich noch überhaupt nicht kenne. Ich bin total gespannt wie es schmeckt und wie schwer oder einfach die Zubereitung ist. Das Brot kommt ohne Sauerteig, Hefe oder sonstige Backtriebmittel aus, was für mich neu ist – los geht´s 😉

Rohkostbrot ?!? Dörrbrot ?!?

Es geht um das wunderbare Rohkostbrot. Das Rohkostbrot ist unfassbar vielseitig und einfach in der Zubereitung, da ich sehr viele Zutaten nach meinen Wünschen auswählen kann und keine speziellen Teigruhezeiten eingehalten werden müssen. Das einzige, was es zu beachten gibt, ist, dass die Zutaten aus Rohkost bestehen sollten.

Die Zubereitung des Brotes ist sehr vitaminschonend, da das Brot nicht wie gewöhnlich gebacken wird und keinen hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Es wird bei 30-40 Grad  für gut 5 Stunden im Backofen gedörrt. Das Brot wird auch nicht am Stück in den Backofen geschoben, was ich anfangs gemacht habe, – nein, bei diesem Brot ist alles anders. Der „Teigling“ wird in ca. 1 cm dicke Scheiben geschnitten und diese einzeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt – und dann heißt es warten.

Zu diesem Brot habe ich einige Rezepte quer gelesen, um einen Überblick zu erhalten, welche Variationen möglich sind. Da ich mich selten bis nie an Rezepte halte, habe ich mir aus allen etwas ausgesucht und gleich wirst du sehen was daraus geworden ist.

So, jetzt mal zum Ablauf.

Die Zubereitung von Rohkostbrot

Das hier sind meine Zutaten:

  • 2 Karotten
  • 3 Äpfel
  • 4 Datteln
  • 5 in Öl eingelegte getrocknete Tomaten
  • ca. 4 Esslöffel Leinsamen
  • ca. 3 EL Walnüsse
  • 1 Stück Ingwer
  • ca. 100 g Buchweizenmehl
  • ca. 100 g Mandelmehl

Ein paar Besonderheiten zum Leinsamen

Der Leinsamen, das ist dir bestimmt bekannt, muss vor der Verwendung erstmal 12-24 Stunden in Wasser eingelegt werden, da er sehr viel Wasser bindet. Wenn Du das nicht tust, könnte er in Deinem Bauch aufquellen.

Leinsamen ist in Wasser eingelegt sehr gut für die Verdauung und regt diese maßgeblich an. Außerdem besitzt er einen hohen Anteil an Magnesium und noch anderen wichtigen Mineralstoffen. Alles gute Gründe dafür, den Leinsamen im Vorfeld zu wässern und die damit verbundene Wartezeit in Kauf zu nehmen.

…und die restlichen Zutaten für’s Rohkostbrot?

Danach werden die Karotten, Äpfel, eingelegte Tomaten, Ingwer, Datteln und die Hälfte der Walnüsse klein geschnitten.

Alle geschnittenen Zutaten werden jetzt mit dem Mixer zu Brei verarbeitet. Danach kommt die andere Hälfte der Walnüsse noch dazu.

Nun darfst du alle Zutaten ganz kurz nochmal aufmixen, solange, bis noch grobe Bestandteile von den Walnüssen im Teig zu sehen sind.

Jetzt kommt noch das Buchweizenmehl und das Mandelmehl dazu und die Masse wird nochmal gut durchgemengt.

Sollte die Masse zu wässrig sein, gib noch etwas Mehl hinzu. Wie schon beschrieben handelt es sich bei dem verwendeten Mehl nicht um das klassische Mehl aus Roggen, Dinkel oder anderen Getreiden, sondern um Mandelmehl und Buchweizenmehl, sodass dieses Brot auch glutenfrei ist. Und an sich wäre Mehl in diesem Brot gar nicht so wichtig, allerdings benötigen die Zutaten irgendeinen Kleber, der die Masse zusammenhält und dafür ist das Mehl in diesem Fall verantwortlich.

Zum Schluss wird die Masse zu einem Brot geformt und darf 15-30 Minuten ruhen. Die Ruhezeit ist nicht zwingend notwendig, doch ich hatte den Eindruck, dass die Zutaten besser haften, nachdem sie etwas Ruhe bekommen haben.

Nach der Ruhezeit wird das Brot in ca. 1 cm dicke Scheiben geschnitten und vorsichtig auf das Blech gelegt.

Eventuell müssen die einzelnen Brotscheiben mit der Hand noch etwas nachgeformt werden, falls sie nicht komplett auf dem Blech angekommen sind 😃.

Zum Schluss noch mit einem flachen Gegenstand, z.B. mit einem Tortenheber, flach drücken.

Jetzt ist es soweit und das Blech mit den Scheiben kommt bei 40-45 Grad Umluft in den Backofen. Die Backofentür darf dabei ein klein wenig geöffnet sein (einfach einen Topflappen dazwischen klemmen) und jetzt heißt es abwarten.

Die Rohkostscheiben verändern mit der Zeit ihre Farbe. Du kennst bestimmt Dörrobst? So ähnlich verändern die „Brot“-Scheiben ihre Farbe und werden tendenziell dunkler. Sobald die Scheiben deutlich nachgedunkelt sind, also ein Dörregrad deutlich erkennbar ist, empfehle ich, die Scheiben umzudrehen, damit auch die Unterseite die Chance erhält, zu dörren.

Jetzt heißt es wieder warten.

Es kann sein, dass der Vorgang länger dauert, als die beschriebenen 4-5 Stunden – einfach abwarten und Tee trinken 😃

Sobald die zweite Seite ebenfalls deutlich dunkler geworden ist und den richtigen Dörregrad erreicht hat, ist das Brot fertig. Meiner Erfahrung nach lassen sich die Scheiben noch ein wenig eindrücken und sind von außen eher fest. Und das wichtigste – es schmeckt einfach lecker!

Das Dörrbrot hat einen ganz eigenen Geschmack, der mit normalem Brot nicht vergleichbar ist.

Ich werde sicherlich noch weitere Rohkost – bzw. Dörrbrote mit unterschiedlichem Gemüse herstellen und euch dann wieder davon berichten.

Wie verträgt sich Rohkost und „Brot backen“ überhaupt?

Ich kann mir vorstellen, dass Rohkostbrot und backen für einige nicht zusammen passt. Der Knet- und Backvorgang verhält sich deutlich anders, da der Knetvorgang –  ich liebe ihn über alles –  bei dem Rohkostbrot komplett weg fällt. Ebenfalls bleibt der intensive Geruch in meiner Küche aus, der nach dem Backen entsteht. Das Rohkostbrot schaut auch nicht so schön aus wie das gebackene Sauerteigbrot. Eventuell kann der letzte Punkt auch daran liegen, dass ich noch nicht so geübt in Sachen Rohkost bin 😉

Nachteil – kein Dörrgerät vorhanden

Der klare Unterschied ist, dass die Dörrung ohne Dörrgerät meinen Ofen ganz schön in Beschlag nimmt. Da ich noch kein Dörrgerät habe, ist dies ein klarer Punktabzug 😉

Alltagstauglich?

Als klassisches Pausenbrot hat das Rohkostbrot noch nicht ganz überzeugt. Doch meine Kinder, besonders mein Sohn, finden das Rohkostbrot als Leckerei für zwischendurch einfach super. Als Pausenbrot ist es leider noch ein wenig zu brüchig und für Marmelade oder Käseaufstriche daher nicht so geeignet. Dieser Punkt ist für ein Pausen- oder Frühstücksbrot wichtig, da meine Kinder spezielle Vorlieben haben, die befriedigt werden wollen 😉

Also: Sauerteigbrot und Rohkostbrot – wie verträgt sich das?

Auch wenn es bei bei meinem geliebten Sauerteigbrot und dem Rohkostbrot einige Punkte gibt, die sehr unterschiedlich sind, finde ich, dass Rohkostbrot  eine schöne Alternative zum gebackenen Brot darstellt. Beide Brote haben ihre Zeiten, die benötigt werden, damit das Brot gehen, beziehungsweise dörren kann.  Die Vorbereitungszeit des Rohkostbrotes ist eventuell ein wenig länger – doch ich denke, sobald sich die Routine eingestellt hat, stellt dies auch keine Hürde mehr dar.

Jetzt wünsche ich einen Guten Appetit!

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